Liebe Freunde, Bekannte und Wegbegleiter,

schon seit Juni habe ich euch nicht mehr geschrieben. Viel hat sich in den Sommermonaten für mich ereignet. Wo soll ich beginnen? Am besten gleich im Hier und Jetzt.

Ich sitze in einem kleinen Dorf bei Trostberg vor meiner Pension und genieße den Feierabend. Mona Lisa, die Haus- und Hofkatze, kuschelt sich auf meinem Schoß. ‚Nimm dir Zeit‘, sagt sie, ‚das Leben ist ein Schnurrkonzert‘. Wir haben uns im Juli bei meinem letzten Besuch hier bereits angefreundet und ich freue mich, dass sie mich wieder erkennt und sich vertrauensvoll an mich schmiegt. Vor mir steht der große Walnussbaum, unter dem ich fünf Tage lang jeden morgen mein Yoga übte und zum Hingucker des Dorfes wurde. Er ist  voll beladen mit Früchten. Diese Jahreszeit ist so reich und üppig und dankbar nehme ich ihre Geschenke an.

Hero's Journey

Weshalb ich hier bin? Gemeinsam mit ein paar Kolleginnen bereite ich mich auf den Prüfungs- und Abschlussworkshop zur Hero’s Journey Instruktorin vor. Der Tag war anstrengend und wie immer lehrreich. Wir üben in Rollenspielen, wie wir Menschen in der Begegnung mit Pferden helfen können, sich selbst zu spüren und Heilung zu finden.

Ganz gleich, welche Themen, Wünsche oder Erwartungen jemand hat, die Pferde sprechen direkt zu unserer Seele und öffnen damit die Türen zu unseren ganz persönlichen Antworten. Sie haben mir heute geholfen zuzulassen, dass ich deine Antworten nicht kenne…. und dir gerade dadurch die Möglichkeit gebe, dass du selbst sie findest. Manchmal sieht es so aus, als ginge das nicht… und in der Begegnung mit den Pferden gelingt es dann doch….

Ende August habe ich mein Buch ‚Stella Companera – ein Stern begleitet mich‚ vollendet. Es soll Ende Oktober veröffentlicht werden und beschreibt meine Entwicklung zur Pferdefrau. All das, was ich lernen durfte und darf, meine Grenzen und Einsichten, und meine Bemühungen zu erkennen, woran ich scheitere.

Ich habe diese Aufzeichnungen als Tagebuch begonnen, um meinen Entwicklungsprozess nachvollziehen zu können. Dann begann das Schreiben mir Freude zu machen und indem ich in Worte fasste, was mich beschäftigt, wurde mir zunehmend klar, wie deutlich sich all meine Lebensthemen im Umgang mit Stella zeigen.

Wie gehe ich mit Gefühlen um? Wie erlebe ich mich in der Welt? Wie versuche ich, meine Ziele zu erreichen? Wie gestalte ich meine Partnerschaften?

Obwohl ich mich bereits gut kenne, entdeckte ich, dass ich Überzeugungen und Verhaltensmustern folge, die ich längst für überwunden hielt und deren Auswirkungen auf mein Leben mir so zuvor nicht bewusst waren.

Wie oft habe ich mich sagen hören ‚wenn die Menschen und Umstände um mich herum anders wären, könnte auch ich anders sein‘, oder umgekehrt, ‚ich kann mich nicht anders verhalten bzw. fühlen, weil die Umstände…. sind‘.

Im Umgang mit dem Pferd lerne ich nun Wege heraus aus der Gefangenschaft dieser Abhängigkeit und hinein in die Freiheit authentischer Eigenverantwortung. Dieser Weg ist eine Reise, die wohl niemals endet. Doch zum Glück geht es dabei nicht um das Ende der Reise. Es geht um Freude und Erfüllung und darum, mir bei allen Zwängen des Lebens treu zu sein. Es geht darum, mir selbst die Freiheit zuzugestehen, ich selbst zu sein, bessere Entscheidungen zu treffen und dabei mir und anderen gerecht zu werden. Es geht um Liebe und wie sie im Miteinander gelingen kann.

Denn nicht die Umstände machen unser Glück oder Unglück aus, sondern die Art wie wir mit ihnen und uns umgehen. Und ganz gleich, welchem Lebensentwurf jemand folgt, wir alle wünschen uns hauptsächlich eines: Wir möchten glücklich sein.

Dem näher zu kommen wünsche ich dir und euch von ganzem Herzen!

die besten Grüße

Eure

Newsletter September – Liebe und Partnerschaft